Einordnen und evaluieren
Wir wollen den Nachweis erbringen, dass alle Kinder - von Kindern mit mathematischen Lernschwierigkeiten bis zu mathematisch talentieren - grundlegende arithmetische Kompetenzen in einem arithmetischen Anfangsunterricht mit inklusivem Aufbau erfolgreich bzw. wesentlich erfolgreicher als im konventionellen, auf das Erlernen des Zehnerstoppverfahrens ausgerichteten Unterricht, erwerben können.
Ist RECHNEN FÜR ALLE ein nachweislich erfolgreiches didaktisches Konzept?
Schule der Zukunft braucht Orientierung. Die Ausrichtung an wissenschaftlichen Standards gewinnt zunehmend an Bedeutung: soll Schule erfolgreicher werden, sollen sich didaktische Vorgehensweisen in unseren Schulen ändern, wird es heute in Zeiten von Ziel- und Leistungsvereinbarungen und dem Einsatz wissenschaftlich orientierter Förderkonzepte (z.B. in Baden-Württemberg) immer wichtiger, dass Lehrende bzw. Forschende an Hochschulen als Fachleute didaktische Konzepte zur Orientierung für interessierte Kolleg:innen bzw. Schulen einordnen und empirisch den Nachweis erfolgreichen Unterrichts erbringen.
Lehrer:innen sollen möglichst bald auf einen erprobten Anfangsunterricht zurückgreifen können, der auf wissenschaftlichen Erkenntnissen über wirksame Förderung gründet, systematisch evaluiert wird und sich als besonders wirksam für die Förderung aller Kinder unabhängig ihrer individuellen Leistungsvoraussetzungen herausgestellt hat.
RECHNEN FÜR ALLE ist die Konzeption eines inklusiven Anfangsunterrichts, der das Lernen an gemeinsamen Aufgabenformaten über einen Strategieunterricht didaktisch umsetzt. Der Ansatz gründet sich auf wissenschaftliche Grundlagen aus der Entwicklungspsychologie, der Sonder- bzw. Inklusionspädagogik, der Mathematikdidaktik, aber auch der Trainingswissenschaft und individualpsychologischen Erziehungslehre.
Wir haben unser Konzept an über 100 Hochschulen im deutschsprachigen Raum verschickt, auf unsere Webseite hingewiesen und um eine Rückmeldung bzw. eine Einordunung gebeten. Viel ermutigendes Feedback kam aus dem Bereich der Sonder- und Inkusionspädagogik sowie der Erziehungswissenschaft (vgl. Einordnung von Frau Professorin Landerl auf der Startseite, Vorwort vom Frau Professorin Schmid aus Erfurt).
Werden auch Mathematikdidaktiker der Primarstufe die heute gängige, auf das Lernen im Gleichschritt ausgerichtete Didaktik des Anfangsunterrichts kritisch hinterfragen, und vorliegende didaktische Umsetzung eines arithmetischen Anfangsunterrichts mit inklusivem Aufbau einordnen?
Wir haben mit unserer unterrichtlichen Vorgehensweise beste Erfahrungen mit allen Kindern gemacht und wollen helfen, dass künftig Schüler:innen mit mehr Freude und Erfolg rechnen lernen können. Wie können wir über den Entwurf, die Erprobung, die Verschriftlichung und Veröffentlichung unsere Konzepts dazu beitragen? Vielleicht kann der Nachweis eines erfolgreichen Strategieunterrichts empirisch erbracht werden?
Könnten sich auf der Grundlage vielversprechender Einordnungen aus unterschiedlichen Wissenschaftsbereichen empirisch forschende Hochschullehrer:innen (eventuell in Verbindung mit einer staatlichen Institution wie dem Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg) entschließen, eine vergleichende Untersuchung über den Lernerfolg (... weitere Parameter?)
- eines auf das Erlernen des Zehnerstoppverfahrens orientierten, mit dem Lernen im Gleichschritt verbungenen Unterrichts (wie in unseren Grund- und Sonderschulen üblich)
- mit einem auf das individuelle Lernen an gemeinsamen Aufgabenformaten ausgerichteten Strategieunterricht (inklusiver Unterricht nach RECHNEN FÜR ALLE)
durchzuführen?
Ziel könnte ein "summatives Assessment" sein, das am Ende des zweiten Schuljahres eine abschließende Bewertung zu unterschiedlichen Vorgehensweisen zum „Aufbau des Zahlverständnisses und dem Erlernen des Kopfrechnen mit dem Einspluseins“ liefern könne.
Spannend wären sicherlich mögliche Teilergebnisse: man könnte erfahren, wie sich Kinder mit unterschiedlichen intellektuellen Voraussetzungen unter unterschiedlichen unterrichtlichen Bedingungen entwickeln können.
Grundlage wäre ein Schulversuch, den wir gerne unterstützen würden.
Erste Vorüberlegungen für eine vergleichende Untersuchung / Evaluation
1. Untersuchungszeitpunkte
- Untersuchung vor dem Schuleintritt: zum einen Tests zur Zahlenverarbeitung und dem Rechnen, zum anderen ein Test zur Messung der fluiden Intelligenz und Kurzzeitspeicherung zur Zusammenstellung von Vergleichsgruppen (vgl. Literaturliste: diese beiden Intelligenzfaktoren spielen nach Renner, G., Mickley, M. (2015) eine zentrale Rolle für das Erlernen mathematischen Basisstoffs )
- drei weitere Untersuchungen nach jeweis einem halben Jahr in den ersten zwei Schuljahren: derselbe Test, jeweils zwei Testteile: Zahlenverarbeitung und Rechnen
2. Der Test enthält 8 Subtests: einelne Subtests müssen die Lernerfolge von Kindern beider Versuchsgruppen ans Licht bringen:
- Zahlenverarbeitung im ZR 10
- Zahlenverarbeitung im ZR 20
- Zahlenverarbeitung im ZR 100
- Zahlenverarbeitung im ZR 1000plus
- Rechnen im ZR 10
- Rechnen im ZR 20
- Rechnen im ZR 100
- Rechnen im ZR 1000plus
3. Der Test wird in unveränderter Form zu allen vier Testzeitpunkten angeboten, damit man
- die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten bei mathematisch talentierten Kindern erfassen kann, die vielleicht schon zum Schuleintritt Lerninhalte des zweiten Schuljahres verfügen
- Lernverlaufskurven auf der Grundlage unterschiedlicher Startbedingungen und didaktischer Vorgehensweisen erstellen kann
- Kompetenzen von Kindern erfassen kann, in deren Lehrgang eine künstliche Beschränkungen von Zahlenräumen vorgenommen wird
- ...
4. Der Test
- erfasst auch Lösungswege (auf Nachfrage, vgl. Gaidoschik 2010)
- enthält Abbruchregeln innerhalb von Subtests und zur weiteren Durchführung von Subtests
- beinhaltet auch Aufgaben zur Lösungsgeschwindigkeit, Anzahl von Aufgabenlösungen pro vorgegebener Zeiteinheit
- orientiert sich teilweise an bekannten Tests (Schuleingang), wird jedoch erweitert (ev. Gaidoschik Ende Kl. 1 von 2010)
- ...
Die vergleichende Untersuchung könnte ev. im Rahmen einer Doktorarbeit / von Doktorarbeiten erstellt werden?
RECHNEN FÜR ALLE
ISBN 978-3-9827106-3-1
4. Auflage im November 2025
Kostenlose Ansichtsexemplare derzeit in beschränktem Umfang erhältlich über den Autor