Unsere Konzeption  

Ziele und die Entwicklung des didaktisch-methodischen Vorgehens im Überblick

 

 

1. Wir wollen alle Kinder auf dem Weg zum flexiblen Rechnen mitnehmen.

So wie es Musiklehrer:innen gelingen kann, musikalisch talentierte Kinder zu Virtuosen ihres Instruments zu machen und zu erreichen, dass alle anderen Kinder in ihrem Unterricht ein Instrument mindestens so gut erlernen können, um im Vereinsorchester mitzuspielen, wollen wir, dass mathematisch begabte Kinder ihr Potential von Anfang an in der Grundschule ausschöpfen können und von Anfang an gefordert und gefördert werden. Und alle (!) anderen Kinder einer Schulklasse sollen in unserem „Matheorchester“ mit Freude und Erfolg mitrechnen können. Sie sollen von Anfang an lernen, Kopfrechenaufgaben mit Ableitungsstrategien zu lösen: mehr oder weniger flexibel, mehr oder weniger schnell, in mehr oder weniger komplexen Rechensituationen. 

Jedes Kind soll jeden Tag gezielt auf dem Weg zum flexiblen Rechnen gefördert werden! 

Kein nutzloses zählendes Rechnen von Anfang an! 

Nach langjährigen Erfahrungen mit dem an unseren Schulen gängigen "Unterricht der fest aufeinander aufgebauten Lernschritte" (künstlich begrenzte Zahlenräume, Fokus auf das Auswendiglernen der Zahlzerlegungen im Zehnerraum, Erlernen des Zehnerstoppverfahrens), was letztlich ein "Lernen im Gleichschritt mit Kindern mit höchst unterschiedlichen Lernvoraussetzungen" verbunden ist und andererseits sehr positiven Unterrichtserfahrungen in dem von uns konzipierten inklusiven Strategieunterricht, nach vielen Gesprächen mit in der Fortbildung tätigen Kolleg:innen, nach der in der Handreichung  auf den Seiten 36-38 kurz zusammengefassten Analyse unseres am Zehnerstoppverfahren und am Lernen im Gleichschritt orientierten Unterrichts, erscheint uns ein gemeinsamer Anfangsunterricht mit "fest aufeinander aufgebauten Lernschritten" (vgl. Startseite), nicht sinnvoll bzw. ein erfolgreicher gemeinsamer Anfangsunterricht - ein Unterricht in dem alle lernschwächeren Kinder sichere Basiskompetenzen erwerben und parallel mathematisch talentierte ihr Potential auf dem Hintergrund unserer Bildungsstandards voll entfalten können - mit der Orientierung auf das Erlernen des Zehnerstoppverfahrens nicht möglich zu sein

Wir machen uns auf die Suche nach einem arithmetischen Anfangsunterricht mit inklusivem Aufbau. Wir identifizieren u.a. arithmetische Fakten (z.B. 6+4=10, 6+6=12, ...) als Aufgabenformate, an denen das gemeinsame Erlernen des Rechnens mit Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen günstig erscheint. Auf den Seiten 38 bis 41 zeigen wir, dass das Erlernen des Kopfrechnens mit dem Einspluseins allein mit Ableitungsstrategien möglich ist und im Hinblick auf die intellektuellen Anforderungen (Seite 42)  auch für Kinder mit mathematischen Lernschwierigkeiten sehr viel sinnvoller erscheint. 

In der Folge haben wir die zu erlernenden Ableitungsstrategien aus der Sicht von Lernenden analysiert (Seite 43-45)

Verschiedene Überlegungen haben uns nach und nach dazu geführt,                                                   neue Wege im Anfangsunterricht zu gehen.

Unsere Überlegungen in Einzelnen finden Sie unter dem Menupunkt "Inklusiver Anfangsunterricht". Hier stellen wir eine Zusammenfassung dar.

Wir verzichten im Anfangsunterricht auf das Erlernen des Zehnerstoppverfahrens (ZSV), verlassen den "Unterricht der fest aufeinander aufgebauten Lernschritte" und das "Lernen im Gleichschritt mit Kindern mit höchst unterschiedlichen Lernvoraussetzungen" und öffnen die Tür zu einem Strategieunterricht, in dem wir an gemeinsamen Aufgabenformaten jedem Kind in einer Schulklasse von Anfang an Tag für Tag gezielt individuelle Lernangebote auf dem Weg zum flexibelen Rechnen machen können. 

Wir richten unseren Fokus nicht mehr wie im konventionellen Unterricht auf das Auswendiglernen aller Zahlzerlegungen im Zahlenraum 10 aus, um danach das Zehnerstoppverfahren im Zahlenraum 20 zu erlernen, sondern arbeiten von Anfang an ohne die Begrenzung von Zahlenräumen. 

Im nach oben offenen Zahlenraum 

  • eröffnet sich ein großes Lern- und Übungsfeld mit einer großen Zahl von Differenzierungsmöglichkeiten, um täglich allen Kindern auf ihrem Entwicklungsstand spannende, differenzierte Lernangebote im basisnumerischen Bereich machen zu können (Zählen, Zahl-Mengen-Zuordnung, Lesen und Schreiben von Zahlen) 
  • können wir vom ersten Schultag an mit einer großen Anzahl von sinnvollen Aufgabestellungen an gemeinsamen Aufgabenformaten im nach oben offenen Zahlenraum Ableitungsstrategien systematisch mit allen Kindern zu erlernen und differenziert  üben (Seite 26ff.). Auf der Grundlage ausgewählter Zahlentripel (z.B. 6+4=10), Zahlenbilder arabischer Zahlen (14=1Z plus 4E) und drei Rechengesetzen lernen Kinder mit höchst unterschiedlichen Lernvoraussetzungen an gemeinsamen Aufgabenformaten in unterschiedlich komplexen Rechensituationen das Rechnen mit Ableitungsstrategien Tag für Tag auf ihrem individuellen Leistungsniveau.

Alle Kinder sollen lernen, gezielt passende Rechenstrategien zur Lösung beliebiger Kopfrechenaufgaben wählen zu können.

Manchen Kindern gelingt die Wahl von passenden Rechenstrategien für beliebige Kopfrechenaufgaben fast „von alleine“, anderen Kindern nicht. Daher erlernen und trainieren wir systematisch auf unterschiedlichen Anforderungsniveaus die Auswahl passender Ableitungsstrategien zum Lösen verschiedener Aufgabestellungen in Einzel- bzw. Kleingruppenangeboten (Seite 11,  32 und 33)

 

Wir wollen lernschwächeren Kindern Teilhabe auf der Grundlage ihres Leistungsvermögens ermöglichen:

Daher wenden wir nachweislich effektive Unterrichtsmethoden (Seite 13 und 52-54) für das Erlernen mathematischen Basisstoffs für Kinder mit Lernschwierigkeiten an, welche auch gut wirksam für alle anderen Kinder sind. Wir berücksichtigen zudem zentrale Elemente sonderpädagogischer Didaktik (Seite 12-13 und 49-51), die sich günstig auf das Erlernen neuer Inhalte und das Lernen und Erinnern von Lerninhalten auswirken. 

 

Wir bekommen alle Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen unter einen Hut eines Klassenunterrichts, indem wir die individuelle Förderung jedes Kindes in verschiedenen Bereichen der Zahlenverarbeitung und des Rechnens über ein tägliches gemeinsames "Mathetraining" organisieren (Seite 14-31)

Der Erfolg des in RECHNEN FÜR ALLE beschriebenen Unterrichtskonzepts beruht darauf, dass wir jedem Kind Tag für Tag eine passgenaue Förderung auf seinem individuellen Leistungsniveau in verschiedenen Lernbereichen bieten können. Alle Kinder - insbesondere auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf und mathematisch talentierte Kinder - werden täglich auf der Basis ihres individuellen Lernstandes und Leistungsvermögens beim Lernen an gemeinsamen Aufgabenformaten gefordert und gefördert (Seite 16-18 , 57-58)

Um Kolleg:innen ein planvolles Vorgehen zu erleichtern, haben wir alle Lernbereiche, in denen Kinder Fähigkeiten und Fertigkeiten zum Aufbau des Zahlverständnisses und zum Erlernen basaler Rechenoperationen erwerben, strukturiert in einer Übersicht dargestellt. Diese nutzen wir in unserem Konzept als „Masterplan“, auf dessen Grundlage Lehrer:innen ein tägliches gemeinsame Mathetraining planen können. (Seite 14 und 15).

In verschiedenen Trainingsschwerpunkten bieten wir Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ein Eldorado von Anknüpfungspunkten für individuelles Lernen auf mehreren Abstraktionsebenen mit zunehmend anspruchsvolleren Aufgabestellungen. Kinder lernen von Tag zu Tag Aufgaben auf höheren Abstraktionsniveaus zu lösen, bis sie am Ende in der Lage sind, Aufgabestellungen auf symbolisch-sprachlicher Ebene zu bewältigen. (Seite 16-18 , 57-58). 

 

2. Alle Kinder sollen sich selbst und andere schätzen lernen und sich als wert-           vollen und wichtigen Teil der Klassengemeinschaft erleben. 

Alle Kinder sollen mit Freude in der Gruppe lernen und als starke, gemeinwohlorientierte Persönlichkeiten heranwachsen. Auf dieses Ziel arbeiten wir tagtäglich  auf der Grundlage eines individualpsychologischen Gruppenkonzepts hin (Seite 59-70). Im Mathetraining lernen Kinder das Rechnen - parallel nutzen wir diese wertvolle, intensive Gruppenphase ganz gezielt um uns kennenzulernen. Alle Kinder lernen im Laufe der Jahre sich selbst als Lernende und einzigartige Persönlichkeiten mit ihren Fähigkeiten, Gefühlen, Stärken und Schwächen bewusst wahrzunehmen, zu beobachten, zu reflektieren und sich selbst und andere zu schätzen und zu mögen.   

 

3. Lehrer:innen sollen sich als kompetent und erfolgreich in ihrer Arbeit erleben         und im Hinblick auf die Arbeitsbelastung gesund in ihrem Beruf alt werden             können. 

Deshalb bieten wir Kolleg:innen mit „RECHNEN FÜR ALLE“ ein Konzept an, das Lehrer:innen als versierten Mathetrainer:innen ermöglicht, mit überschaubarem persönlichen Vorbereitungsaufwand einen erfolgreichen, theoretisch fundierten Anfangsunterricht für Kinder mit stark unterschiedlichen Lernvoraussetzungen zu organisieren. Dazu gehört auch, dass versierte Mathelehrer:innen wissen, welche arithmetischen Kompetenzen Kinder beim Erlernen des Kopfrechnens im Bereich der Zahlenverarbeitung und des Rechnens erwerben sollen (Seite 10, 30, 46-48).

 

 

RECHNEN FÜR ALLE 

ISBN 978-3-9827106-3-1

4. Auflage im November 2025

Kostenlose Ansichtsexemplare derzeit in beschränktem Umfang erhältlich über den Autor

 

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