RECHNEN FÜR ALLE im Überblick
RECHNEN FÜR ALLE -
Einführung
RECHNEN FÜR ALLE organisiert den Anfangsunterricht als "Strategieunterricht". Hier finden wir günstige Aufgabenformate, an denen wir allen Kindern Tag für Tag auf ihrem Leistungsniveau Anknüpfungspunkte für individuelles Lernen bieten können und alle Kinder auf der Basis ihrer Fähigkeiten im Unterricht teilhaben und beitragen können. zum Text
TEILHABE FÜR ALLE -
das Fundament inklusiven Unterrichts
Wir nutzen ein tägliches Mathetraining um ernsthaft und konzentriert rechnen zu lernen, aber auch ganz gezielt, um Kinder zu unterstützen ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und einen Platz in der Gruppe zu finden. Kinder lernen, sich selbst und andere als Lernende und als eigenständige Persönlichkeiten wahrzunehmen und zu beobachten ...
"Mathe" im inklusiven Anfangsunterricht ist mehr als "Rechnen lernen". zum Text
RECHNEN FÜR ALLE -
wissenschaftliche Grundlagen und ein erstes Feedback
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Wir übersetzen Empfehlungen der mathematikdidaktischen Literatur, neue Forhungsergebnisse der neurokognitven Psychologie und Erkenntnisse der Unterrichtsforschung in Handlungsanleitungen für einen Unterricht, der Elemente sonderpädagogischer Didaktik in den Unterricht integriert und grundschultauglich ist.
Frau Professorin Landerl aus Graz hat uns ein erstes Feedback gegeben. zum Text
Inklusiver Anfangsunterricht - individuelles Lernen an gemeinsamen Aufgabenformaten
Nach der Einführung der Bildungsstandards haben wir uns auf den Weg gemacht den Anfangsunterricht didaktisch neu zu denken bzw. neu aufzubauen, um Kinder mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen in einem inklusiven arithmetischen Anfangsunterricht Tag für Tag
- auf der Grundlage ihrer bereits erworbenen mathematischen Fähigkeiten und Fertigkeiten
- und ihres individuell sehr unterschiedlichen Lernvermögens
"abholen" zu können und jedem Kind von Anfang an auf seinem Leistungsniveau Anknüpfungspunkte für individuelles Lernen auf dem Weg zum flexiblen Rechnen zu bieten. Wir wollen das Leistungspotential jedes Kindes möglichst optimal ausschöpfen.
Zentrales Ziel der Sonderpädagogik ist, möglichst gute Lernbedingungen für Kinder mit erhöhtem Förderbedarf zu schaffen. Die Inklusionspädagogik versucht didaktische Konzepte zu entwerfen, um Kindern mit Lernschwierigkeiten bzw. Kindern mit erhöhtem Förderbedarf ebenso wie Kindern mit guten intellektuellen Voraussetzungen in einem gemeinsamen inklusiven Unterricht gleichermaßen gute Lernbedingungen zu bieten, damit alle Kinder auf der Basis ihrer Fähigkeiten im Unterricht teilhaben und beitragen können. Eine gerne hierfür eingesetzte Methode ist das Lernen am gemeinsamen Lerngegenstand bzw. das Lernen an gemeinsamen Aufgabenformaten. Dies wird heute bereits beispielsweise im Deutschunterricht (u.a. D wie Deutsch) und in anderen Bereichen im Mathematikunterrichts der Grundschule, jedoch (noch) nicht im Anfangsunterricht umgesetzt.
In diesem Kontext ist der vorliegende Ansatz zu sehen: RECHNEN FÜR ALLE ist die Konzeption eines inklusiven Anfangsunterrichts, in dem das Erlernen des Rechnens systematisch an gemeinsamen Aufgabenformaten umgesetzt wird. Dies gelingt uns, indem wir den arithmetischen Anfangsunterricht über einen "Strategieunterricht" organisieren.
Gemeinsame Aufgabenformate beim Erlernen des Rechnens sind das
- "Rechnen mit Starterzahlen". Aufgabenserien auf der Grundlage einer Starterzahl, z.B. "Rechnen mit der 14": 14+1; 14+2; 14-1; 14-2: 14-4; 14-10;14+10; 14+100; 140+10; 140+20; 14-14; 14-13; ... usw.: Aufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad auf drei Abstraktionsebenen bilden für zunehmend rechenstarke Kinder Anknüpfungspunkte für individuelles Lernen (vgl. S. 17, 28-29).
- "Rechnen mit arithmetischen Fakten". Aufgabenserien auf der Grundlage eines Zahlentripels, z.B. "Rechnen mit 6+4=10": 10-4; 10-6; 6+5; 16+5; 26+4; 26+5; 60+40; 600+400; 2000-600; ...: Aufgaben mit steigendem Schwierigkeitsgrad auf drei Abstraktionsebenen bilden für zunehmend rechenstarke Kinder Anknüpfungspunkte für individuelles Lernen (vgl. S. 15, 26-27).
So können wir von Anfang an jedem Kind einer Schulklasse Tag für Tag bei der Arbeit an gemeinsamen Aufgabenformaten eine große Zahl unterschiedlicher Anknüpfungspunkte für individuelles Lernen bieten (vgl. S. 17).
Kinder lernen im Laufe des Anfangsunterrichts auf dem Hintergrund einer strukturierten Übersicht ("Masterplan" S. 15) über gemeinsame Aufgabenformate, d.h. über das "Rechnen mit Starterzahlen" oder dem "Rechnen mit arithmetischen Fakten", sukzessive das Rechnen mit zehn Ableitungsstrategien
- über Nachbar- und Analogiebeziehungen,
- auf der Grundlage unseres Stellenwertsystems
- oder mit der Anwendung von Rechengesetzen
in zunehmend komplexeren Rechenzusammenhängen.
Mit dem sukzessiven Erlernen von Lösungsstrategien und dem Training der Strategiewahl erlernen Kinder das kleine Einspluseins, während sie dieses im Zahlenraum 1000plus anwenden.
Unsere Vorgehensweise im Unterricht haben wir im Einzelnen auf der Webseite unter dem Menupunkt "Strategieunterricht" und in der Handreichung auf den Seiten 14 bis 35 beschrieben.
TEILHABE FÜR ALLE - das Fundament des inklusiven Unterrichts
Wir nutzen den Unterricht, in dem wir Tag für Tag ein gemeinsames Mathetraining durchführen, um ernsthaft und konzentriert rechnen zu lernen, aber auch ganz gezielt, um jedes Kind zu unterstützen ein Gemeinschaftsgefühl zu entwickeln und einen Platz in der Gruppe zu finden. In dieser sehr intensiven Unterrichtsphase lernen Kinder, sich selbst und andere als Lernende wahrzunehmen und zu beobachten. Sie werden sich ihrer eigenen Stärken und Schwächen ebenso wie die anderer Kinder bewusst, lernen diese als individuelle Eigenschaften zu akzeptieren, zu schätzen und sich realistische Ziele zu setzten. Aus einem wilden Häufchen Kinder zu Anfang des Schuljahres entsteht mit der Zeit eine soziale Gruppe, in der wir in aller Regel auch recht "schwierige Kinder" integrieren können.
Kinder sollen sich als wertvollen und wichtigen Teil der Klassengemeinschaft erleben, mit Freude in der Gruppe lernen und als starke, gemeinwohlorientierte Persönlichkeiten heranwachsen.
Was ist der Unterschied zwischen Lob und Ermutigung? Wollen Lehrer:innen das Gemeinschaftsgefühl fördern und zur Entstehung einer Klassengemeinschaft beitragen, ist es günstig, wenn sie einen theoretischen Hintergrund haben, den sie als Grundlage und Reflexionsrahmen ihres erzieherischen Handelns nutzen können.
Wir arbeiten seit vielen Jahren nach dem Konzept "Leben und Arbeiten in Gruppen", haben dieses auf den Seiten 59 ff. zusammengefasst und zeigen an vielen Beispielen, wie man das Konzept im Unterricht umsetzen kann.
"Mathe" im inklusiven Anfangsunterricht ist mehr als "Rechnen lernen": was inklusiver Unterricht für leistungsstarke- und schwache Kinder als Lernende (und im Rahmen ihrer Persönlichkeitsentwicklung) bedeuten kann, haben wir an zwei Beispielen deutlich gemacht.
RECHNEN FÜR ALLE - wissenschaftliche Grundlagen und ein erstes Feedback
Wir übersetzen Empfehlungen der mathematikdidaktischen Literatur, neuere Forschungsergebnisse der Entwicklungspsychologie (neurokognitven Psychologie) und Erkenntnisse der Unterrichtsforschung in Handlungsanleitungen für einen Unterricht, der für lernschwächere Kinder Elemente sonderpädagogischer Didaktik in den Unterricht integriert und „grundschultauglich“ ist: von Anfang an bieten wir über die Trainingsmethode in jeder Unterrichtsstunde allen Kindern, insbesondere auch den leistungsstarken, jeden Tag fordernde und fördernde Lernangebote.
Dabei richten wir den Unterricht nicht mehr auf das Erlernen des Zehnerstoppverfahrens in begrenzten Zahlenräumen mit dem Fokus auf das Erlernen der Zahlzerlegungen im Zehnerraum aus. Wir zeigen, welche Vorteile alle Kinder, insbesondere mathematisch talentierte und lernschwächere, in einem systematisch geplanten und didaktisch auf das gemeinsame Lernen von Kindern mit unterschiedlichen Lernvoraussetzungen ausgerichteten Strategieunterricht haben können und warum wir diesen Lernweg als besonders geeignet für das gemeinsame Lernen aller Kinder im Anfangsunterricht halten.



